Auf dem „Health Data Summit“, einer Tagung der Gesundheitsindustrie in Berlin, feierte die Branche sich selbst. Prominentester Festredner war Gesundheitsminister Linnemann. Deutschland hat das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt. Damit es effizienter arbeite, müsste die Innovation vorangetrieben werden, unter anderem durch Auswertung von Millionen Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten, die man nicht vorher gefragt hat. Denn ab Anfang 2027 sollen die Inhalte der elektronischen Patientenakte (EPA) in das Forschungsdatenzentrum übernommen werden und dort Interessenten zur Verfügung stehen.
Bereits jetzt stehen im Forschungsdatenzentrum die sogenannten Leistungsdaten der Versicherten zur Verfügung. Das sind Informationen darüber, dass eine bestimmte Versicherte an welchem Tag bei welcher Ärztin in Behandlung war, welche Diagnosen gestellt, welche Medikamente verschrieben wurden, und was für eine Behandlung die Ärztin abgerechnet hat. Auch dafür ist keine Einwilligung der Patientinnen erforderlich. Dagegen richtet sich eine Klage, die von der Gesellschaft für Freiheitsrechte (und von unserem Verein) unterstützt wird. Es wird also bereits jetzt mit unseren Gesundheitsdaten ohne Einwilligung geforscht. Auf der Tagung wurden Fallbeispiele vorgestellt, die den Nutzen solcher Forschung belegen sollen. Mit Forschungsdaten mehr Geld für Pharma – weniger für Behandelnde weiterlesen