Archiv der Kategorie: Blog

Kristina Hänel: Verfassungsbeschwerde gegen § 219a StGB eingereicht

Kristina Hänel, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Notfallmedizinerin aus Gießen, wurde wg. Werbung für Schwangerschaftsabbrüche wiederholt angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt, zuletzt im Januar 2021 vom Oberlandesgericht Frankfurt. Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, ist es nach § 219a StGB verboten, dazu auch Informationen zur Verfügung zu stellen. Dagegen hat Kristina Hänel Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfasungsgericht eingereicht. Kristina Hänel: Verfassungsbeschwerde gegen § 219a StGB eingereicht weiterlesen

App statt Arzt: Spahns Weg zur Plattform-Medizin

Dr. Silke Lüder. Fachärztin für Allgemeinmedizin in Hamburg und Sprecherin der Aktion: Stoppt die e-Card! Hat in einem Beitrag für das Hamburger Ärzteblatt (Ausgabe 02/2021) zu diesem Thema Stellung genommen.

…sind Teledoktor und Totalvernetzung wirklich erstrebenswert?“ fragt die Verfasserin eingangs ihres Beitrags. Um dann festzustellen: „Wir sollten uns der unkritischen Anbetung des Digitalen widersetzen…“

Aus Sicht einer Ärztin bewertet Dr. Silke Lüder die neuen digitalen „Angebote“ im Gesundheitswesen, die Gesetzesflut aus dem Hause des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) und die von Spahn durchgesetzten Veränderungen in den Strukturen der gematik, aber auch die Besetzung von Schlüsselpositionen in der gematik mit (politischen und wirtschaftlichen ) Weggefährten des Ministers. Lesenswert!

 

Gesellschaft für Informatik begrüßt Verfassungsbeschwerde gegen das Digitale-Versorgung-Gesetz und fordert strenge Vorgaben für die IT-Sicherheit

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens darf nach Auffassung des Präsidiumsarbeitskreises (PAK) Datenschutz und Datensicherheit der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) nicht an mangelnder IT-Sicherheit scheitern. Dies geht aus einer Stellungnahme der GI vom 16.02.2021 hervor.
Gesellschaft für Informatik begrüßt Verfassungsbeschwerde gegen das Digitale-Versorgung-Gesetz und fordert strenge Vorgaben für die IT-Sicherheit weiterlesen

AOK: Werbung für die elektronische Patientenakte (ePA) auf Slapstick-Niveau

Dr. Philipp Stachwitz, Anästhesist, Schmerztherapeut und „Experte für Telematik im Gesundheitswesen“ hat sich von der AOK Nordost dazu verleiten lassen, in einem kurzen Film als Hauptdarsteller Werbung für die elektronische Patientenakte (ePA) zu machen.

Quelle: YouTube

Mit mehr oder weniger platten Statements und Dialogen in Slapsticki-Manier:

  • Dr. Stachwitz: „… und frage: Haben sie den Brief (gemeint: Entlassbrief des Krankenhauses) dabei? Den haben sie dann leider nicht dabei.“ Patient: „Ich habe den Brief auch nicht mit, dummerweise.“ Dr. Stachwitz: Das macht es dann sehr schwer, mit dem Patienten gemeinsam zu besprechen, ob es aus meiner Sicht sinnvoll ist…“ (ab Min. 0:55).
  • Dr. Stachwitz: „Aber das kostet natürlich alles unendlich viel ärztliche Zeit und auch noch Geld obendrein…“ (ab Min. 1:46)
  • Dr. Stackwitz: „… aber ich glaube … ich glaube…“ (ab Min. 2:20).

Ob es der AOK mit Filmchen dieser Art gelingen wird, unter den durch die Veröffentlichung angesprochenen Ärzt*innen die Bereitschaft zur “Werbung” für die ePA bei ihren Patient*innen zu wecken?

Und ob es der AOK mit diesem Filmchen gelingen wird, bei ihren Versicherten die Zustimmung zur Nutzung der ePA weit über die derzeit 0,01 % AOK-Mitglieder auszudehnen?

Quelle: Bayerischer Rundfunk 12.02.2021

i Slapstick: Derbkomische Einlage, grotesk-komischer Gag, wobei meist die Tücke des Objekts als Mittel eingesetzt wird

Corona-Pandemie und neuartige mRNA-Impfstoffe – Antworten zu häufig dazu gestellten Fragen

Einige Antworten zu häufig dazu gestellten Fragen sind in einer lesenswerten Broschüre des Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) kurz und informativ zusammengefasst:

  • Was passiert bei einer Virusinfektion?
  • Was ist der Sinn einer Impfung?
  • Wie funktionieren herkömmliche Impfungen gegen Viren?
  • Wie funktionieren mRNA-Impfungen?
  • Können mRNA-Impfstoffe das menschliche Erbgut verändern?
  • Welche Rolle spielt Gentechnik im Herstellungsprozess?
  • Corona: Impfstoffentwicklung im Schnellverfahren?
  • Was bedeutet die „bedingte Zulassung“ der mRNA-Impfstoffe?

Corona-Pandemie und neuartige mRNA-Impfstoffe – Antworten zu häufig dazu gestellten Fragen weiterlesen

Klinikbeschäftigte richten Hilferuf an Spahn: Belegschaftsvertretungen fordern schnellstmöglich bedarfsgerechte Personalvorgaben

Die betrieblichen Interessenvertretungen von insgesamt rund einer halben Million Krankenhausbeschäftigten haben in einem Offenen Brief eindringlich an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appelliert, den Krankenhäusern schnellstmöglich bedarfsgerechte Personalvorgaben zu machen. In einem offenen Brief fordern die knapp 180 Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen, ein neues Personalbemessungsinstrument (PPR 2.0) kurzfristig auf den Weg zu bringen. Dieses Instrument zur Personalbemessung in der Krankenhauspflege hatten die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bereits vor über einem Jahr gemeinsam vorgelegt. „Für weitere Verzögerungen gibt es kein Verständnis mehr“, heißt es in dem Schreiben. „Unsere Geduld ist aufgebraucht.“ Klinikbeschäftigte richten Hilferuf an Spahn: Belegschaftsvertretungen fordern schnellstmöglich bedarfsgerechte Personalvorgaben weiterlesen

Erfolgreicher Hackerangriff auf Urologische Klinik München Planegg

Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 15.02.2021: Die Urologische Klinik München Planegg (UKMP) und ihre Patienten sind vor Kurzem Opfer eines Hackerangriffs geworden. Das geht aus einem Informationsschreiben hervor, das die Klinik Anfang Februar an Patientinnen und Patienten verschickte… Auf eine Anfrage… reagierte die Klinikleitung bis zum Wochenende nicht. Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg bestätigte jedoch den Angriff… Nach allem, was bisher bekannt ist, haben Erpresser die Klinik angegriffen, möglicherweise auch weitere Institutionen…“ Erfolgreicher Hackerangriff auf Urologische Klinik München Planegg weiterlesen

Petition „Stoppt die Blockade der Krankenkassen bei der Versorgung schwerst behinderter Kinder/Erwachsener“ unterstützen

Viele Familien mit schwer kranken oder behinderten Kindern erleben belastende Auseinandersetzungen mit den Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) bei der Hilfsmittelversorgung oder anderer Kostenübernahmen. Mit einer Online-Petition fordern Betroffene daher

  • keine systematische Infragestellung ärztlich eingeleiteter Therapien oder Verordnungen durch Krankenkassen;
  • direkte Kostenübernahme verordneter Hilfsmittel;
  • ausnahmslose Kostenübernahme fachärztlich verordneter Medikamente;
  • keine fachfremden Gutachten durch den MDK;
  • keine Gutachten nur nach Aktenlage;
  • keine Verzögerung der Therapien durch lange Bearbeitungszeiten der Krankenkassen sowie eine
  • Reformierung des MDK (Interessenskonflikt bei vollständiger Finanzierung durch Kranken- und Pflegekassen!)

Die Petition kann hier eingesehen und unterstützt werden. Petition „Stoppt die Blockade der Krankenkassen bei der Versorgung schwerst behinderter Kinder/Erwachsener“ unterstützen weiterlesen

Offener Brief an den G-BA: Kassenzulassung des vorgeburtlicher Bluttest auf Trisomien (NIPT) zurückstellen

Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis aus Elternvereinen, der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Selbstvertretungen behinderter Menschen, Beratenden zu Fragen der Pränataldiagnostik, Mediziner*innen u. a. fordert den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Prof. Josef Hecken, in einem Offenen Brief auf, den Beschluss über die Kassenzulassung des ersten vorgeburtlichen Bluttests auf eine Behinderung zurückzustellen. Offener Brief an den G-BA: Kassenzulassung des vorgeburtlicher Bluttest auf Trisomien (NIPT) zurückstellen weiterlesen

Zum Rosenmontag: Narhallamarsch für die elektronische Patientenakte (ePA)

Eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art!

Deutlich weniger als ein Prozent der bundesweit Versicherten hat bisher bei den Krankenkassen die Nutzung einer elektronische Patientenakte (ePA) beantragt. Das ergab eine Anfrage des Bayerischen Rundfunks bei vier großen Krankenkassen:

Quelle: Bayerischer Rundfunk 12.02.2021