Bundesweite Umfrage zum TI-Konnektor liefert „alarmierende Ergebnisse“

Haben die Inhaber*innen von ärztlichen Praxen und ihre Mitarbeiter*innen nach der Installation des TI-Konnektors Probleme in ihrem Arbeitsalltag? Und wenn ja, welche?

Um dazu belastbare Auskünfte zu erhalten, hat der Verband MEDI GENO Deutschland bundesweit 61.000 Praxen befragt. Antworten sollten die Inhaber*innen der Praxen, die den Konnektor bereits installiert haben.

1.259 Praxen haben an der Befragung teilgenommen. Von ihnen gaben 860 an, mit dem Konnektor zu arbeiten. 399 Praxen antworteten, dass sie noch keinen Konnektor haben oder noch keinen installieren könnten. MEDI GENO Deutschland hat die bisherigen Ergebnisse veröffentlicht.

  • Die Frage “Gab es Probleme bei der Installation?” beantworteten 24 % mit Ja und benannten folgende Hauptprobleme: Systemabstürze und –ausfälle; Kartenlesegeräte funktionieren nicht; Geräte sind instabil und teils inkompatibel; Leistungsprobleme IT; Installation dauert teilweise sehr lange.
  • Die Frage “Kommt es zu Systemabstürzen seit der Installation?” beantworteten 48 % mit Ja.
  • Die Frage “Gibt es weitere Probleme?” beantworteten 61 % mit Ja und benannten folgende Hauptprobleme: eGK1 teilweise auch eGK2 können nicht eingelesen werden; Kartenlesegeräte funktionieren nicht; Konnektor teils sehr instabil; Häufige Systemabstürze, – ausfälle; Online-Abgleich funktioniert nicht; Service-Hotline schlechte Erreichbarkeit, überlastet,T erminvergabe für Fernwartung teilweise erst 10 Tage später.

“Das sind alarmierende Ergebnisse. Diese Pannen und Verzögerungen belasten die Praxen erheblich”, so Baumgärtner, MEDI GENO-Vorstandsvorsitzender. “Das Hauptproblem bleibt aber, dass Praxen nach der Konnektorinstallation die elektronische Gesundheitskarte 1, die sich immer noch im Umlauf befindet, oft nicht mehr einlesen können und deshalb für jeden Patienten ein aufwendiges Ersatzverfahren durchführen müssen. Das frustriert alle Beteiligten!” Baumgärtner spricht von einem “Skandal, dass unter diesen Voraussetzungen die Praxen unter gesetzlicher Strafandrohung gezwungen werden, den TI-Konnektor zu installieren.” Er fordert in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn, den Zeitpunkt der Verpflichtung der Konnektoreinführung zumindest so lange hinauszuschieben, bis die eGK2 komplett von der Krankenkassen eingeführt und die “Kinderkrankheiten” der Konnektoren behoben sind – sofern das überhaupt möglich ist.

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