Die Telematik-Infrastruktur im Krankenhaus im Dilemma

Jürgen Flemming, Mitglied des Vorstands des Bundesverbands der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter e.V. hat in einem Beitrag im Internet-Magazin Krankenhaus-IT Online Journal auf Probleme bei der Anbindung der Krankenhäuser an die Telematik-Infrastruktur hingewiesen.

Eingangs seines Beitrags stellt der Autor fest: Bis 31.12.2018 soll laut eHealth-Gesetz der Online-Rollout Stufe 1 der Telematik-Infrastruktur abgeschlossen werden. Das bedeutet die Anbindung aller niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, etc. an die Telematik-Infrastruktur. Wenn das nicht klappt, drohen entsprechende Sanktionen. Der Rollout wird aller Voraussicht nach weder für die ca. 220.000 niedergelassenen Ärzte noch für die Ambulanzen und MVZ, sowie sonstigen Einrichtungen des ambulanten Sektors in den Krankenhäusern abgeschlossen sein. Ob die Frist verlängert wird oder nicht, ist Stand Anfang September 2018 noch nicht klar. Insbesondere die Krankenhäuser werden dadurch in eine kritische Situation gebracht…”

Im Beitrag wird weiter ausgeführt: “Die Krankenhäuser, die sich heute die verfügbaren Einbox-Konnektoren beschaffen, können damit gesetzeskonform ins Versichertenstammdaten-Management (VSDM) einsteigen. Sobald weitere Anwendungen frei gegeben werden, wie z.B. der elektronische Medikationsplan (eMP), AMTS, Kommunikation der Leistungserbringer (KOM-LE) mit der qualifizierten elektronischen Signatur (QES), besteht ein signifikantes Risiko, dass die beschafften Konnektoren diese Anwendungen nicht ohne weiteres unterstützen. Die ggf. notwendige Aufrüstung oder gar der Austausch gegen neue Geräte werden nicht mehr finanziert – diese Kosten bleiben dann am Krankenhaus hängen. Sinnvoller wäre es abzuwarten, bis die Konnektoren für Krankenhäuser verfügbar sind…” Dem schließt sich eine Kritik an der Abzocke-Preispolitik der Anbieterfirmen an: Offensichtlich nutzt bereits der eine oder andere KIS-Hersteller die bestehende Unsicherheit, um Preise für die Anbindung an die TI zu verlangen, die der Realität nicht standhalten… Die bereits bekannt gewordenen Angebote sind jedenfalls völlig unrealistisch…”

Im Ergebnis kommt der Verfasser des Beitrags zum Ergebnis: “Wir als Verband der KH-IT-LeiterInnen raten daher, im Moment noch abzuwarten. Die Fakten zur Finanzierung der TI-Anbindung werden voraussichtlich noch im September veröffentlicht. Das Geld wird aller Voraussicht nach erheblich später fließen, die Krankenhäuser werden also zwischenfinanzieren müssen.”

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