Schutz gegen COVID-19 für alle – auch für den informellen Sektor

Viele Menschen können es sich nicht leisten, zum Arzt zu gehen. Der Arztbesuch kostet für sie Geld, und sie haben kein Geld. Viele Menschen können sich den Einnahme-Ausfall während einer 14-tägigen Isolierung nicht leisten, sie leben am Rand der Gesellschaft von der Hand in den Mund. Sie werden also vieles tun, um es zu vermeiden, getestet zu werden, denn dadurch könnte es zu dieser Isolierung kommen. Da eine hohe Quote von COVID-19 Fällen nur leicht erkrankt oder symptomfrei ist, ist es für Menschen ohne sozialen Schutz scheinbar vernünftig, jedem Test aus dem Weg zu gehen. Das gilt zum Beispiel für viele Personen, die sich illegal im Land aufhalten, wie viele Arbeitskräfte in den USA und in Spanien. In Ländern mit einer hohen Quote von Menschen im informellen Sektor kann es deshalb unmöglich werden, Ansteckungsketten zu unterbrechen.

Das ist ein Beispiel dafür, wie eng (soziale) Gesundheit und (soziale) Gerechtigkeit zusammenhängen. Soziale Gerechtigkeit führt bei Jedem zu besserer Gesundheit. Sie führt auch bei denen zu besserer Gesundheit als woanders, die dafür von ihrem Einkommen mehr abgeben müssen als woanders.  Es gehört allerdings scheinbar eine besonders gute Auffassungsgabe dazu, das zu verstehen.

Auch in Deutschland gibt es glücklicherweise Hilfsorganisationen für Menschen ohne Papiere. Diese sammeln derzeit Unterschriften unter dieser Petition, um einen angemessene Gesundheitsversorung auch für Menschen im informellen Sektor zu sichern und ihre Kriminalisierung zu verhindern. Das  nützt nämlich jedem.

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