Großbritannien gewährt Google und der Spionage-Software-Firma Palantir Zugang zu medizinischen und anderen Daten von Covid-19-Patient*innen

Das meldet der US-amerikanische Fernsehsender CNBC in einem Beitrag vom 08.06.2020. Großbritanniens National Health Service (Nationaler Gesundheitsdienst) hat dem geheimen US-Technologieunternehmen Palantir Zugang zu privaten persönlichen Daten von Millionen britischer Bürger gewährt, wie aus einem online veröffentlichten Vertrag hervorgeht. Zu den Daten gehören persönliche Kontaktdaten, Geschlecht, Rasse, Beruf, physischer und psychischer Gesundheitszustand, frühere Straftaten sowie religiöse und politische Zugehörigkeit.

Der Vertrag, der als Vereinbarung über die gemeinsame Nutzung von Daten bekannt ist, wurde… von der Politikwebsite OpenDemocracy und der Anwaltskanzlei Foxglove zusammen mit ähnlichen Verträgen mit Google, Microsoft und der britischen KI-Start-up-Fakultät veröffentlicht… Daten sind ein sehr wertvolles Gut für Technikgiganten, und persönliche Patientendaten gehören zu den begehrtesten. Aus den Verträgen geht hervor, dass Palantir nur £1 ($1,27) für die Nutzung seiner Foundry-Datenverwaltungssoftware verlangte, während Google ‚technische, beratende und andere Unterstützung‘ kostenlos anbot. Alle Technologiefirmen wurden von der britischen Regierung angeworben, um eine nationale Plattform einzurichten, die es den Gesundheitsbehörden ermöglichen würde, die Ausbreitung des Coronavirus in Großbritannien zu verstehen und ihnen dabei zu helfen, die Ressourcen angemessen zu verteilen. Einzelheiten der Datenplattform wurden erstmals im März veröffentlicht, aber die britische Regierung weigerte sich, die äußerst wichtigen Vereinbarungen über den Datenaustausch zu veröffentlichen, nachdem eine Reihe von Anfragen zur Informationsfreiheit, darunter eine von CNBC, gestellt worden waren. Die Verträge wurden schließlich letzte Woche veröffentlicht, nachdem OpenDemocracy und Foxglove mit rechtlichen Schritten gedroht hatten…“ Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

Palantir verkauft seine Software für ein britisches Pfund (1,12 €). Google bietet seine Dienste gar kostenlos an.

  • Ist bei Palantir und Google angesichts der Corona-Pandemie der pure Altruismus durchgebrochen?
  • Oder hat die britische Regierung die beiden Unternehmen mit umfangreichen Datensätzen von 288.872 Corona-Kranken (Stand: 08.06.2020 – Tendenz weiter stark steigend) bezahlt?

Die hessische Landesregierung nutzt Software von Palantir seit zwei Jahren für polizeiliche Überwachung und Datenverarbeitung und hat zu Beginn der Corona-Pandemie erwogen, auch in diesem Bereich Produkte von Palantir einzusetzen. Von letzterem hat sie nach Protesten Abstand genommen.

2 Gedanken zu „Großbritannien gewährt Google und der Spionage-Software-Firma Palantir Zugang zu medizinischen und anderen Daten von Covid-19-Patient*innen“

  1. Die Übersetzung von DeepL ist etwas unglücklich:
    “[NHS] hat dem geheimen US-Technologieunternehmen Palantir …”. Palantir ist keine geheime Firma. Im Original heisst es “[NHS] has given secretive U.S. tech firm Palantir …”. Also eher eine verschwiegene/verschlossene Firma, von der nicht viel nach außen dringt.

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